[lang_en]Priteg Telephones[/lang_en][lang_de]Priteg-Telefone[/lang_de]

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[lang_en]While I was scrolling through an old album for little trading cards from 1913 or so, these cards caught my eye. They were advertisement cards for a company called PRITEG, the Frankfurter Privat-Telefon-Gesellschaft. I found them really nice because they show elegant ladies and gentlemen using a telephone, which was a very exclusive way of communication at the time in Germany. And somehow these cards look very modern and old at the same time. Private telephones weren’t very common in Germany until the 1920. There were about 30 producers of telephone systems, who rented or sold telephones.

PRITEG’s history is a part of Germany’s industrial culture but a very moving story as well. In 1899 Harry Fuld established PRITEG in Frankfurt. In the beginning they mainly fabricated electrical clocks. Fuld was a technology lover and got into the new and unknown telecommunications business. Priteg started selling more and more telephones and had become one of the big players in this sector by the 1930s. They had branch offices in every major German city.

But when the National Socialists gained influence PRITEG got into troubles: Jewish share owners were dispossessed, PRITEG lost most of its customers because of anti-Jewish propaganda, that was driven by competitors like Siemens & Halske, in the end PRITEG’s managers were expatriated. In the 1940 the industrial giant Thyssen obtained PRITEG, in den 1980s PRITEG was taken over by BOSCH. Today the companies’ buildings in Frankfurt belong to Avaya.

I find it really sad that after a decade like the 1920s when technology, architecture, science and art had already gained such a high standard the period from 1933-1945 totally changed and destroyed everything. All post-war years had been influenced and even now we are still trying to tidy up the mess that had been caused by the war.[/lang_en]

[lang_de]Beim Blättern durch ein altes Zigarettenalbum (oder wie man diese Sammelalben mit kleinen eingeklebten Reklamemarken auch immer nennt) von ca. 1913 bin ich auf ein paar interessante Marken gestoßen. Besonders fiel mir die Werbung für die Frankfurter Privat-Telefon-Gesellschaft PRITEG ins Auge.
Diese Reklamemarken zum sammeln wurden angeblich von 1900-1918 verbreitet. Ich finde die Marken schön, weil elegante Damen und Herren darauf beim Telefonieren dargestellt werden. Eine neue und exklusive Kommunikationsart zu Beginn des letzen Jahrhunderts. Diese Sammelbilder wirken einerseits sehr modern, andererseits aber auch antiquiert. Zu der Zeit waren Telefone noch ein Luxusartikel. Erst im Laufe der 20er Jahre stieg die Nachfrage nach Telefonanschlüssen so stark, das es ein Massenprodukt wurde.

Der deutschen Post gehörte das Telefonnetz. Die Telefonanlagen selber wurden von etwa 30 verschiedenen Herstellern u.a. PRITEG produziert, die Telefone für die Privatwohunung oder das Bureau verkauften oder vermieteten.

Die Geschichte der Deutschen Privat Telephon Gesellschaft PRITEG ist sehr bewegend und gleichzeitig ein Stück deutsche Industriegeschichte, weil auch heute noch große Namen wie Siemens, Bosch und Thyssen ihren Einfluß nahmen. 1899 gründete Harry Fuld das Unternehmen in Frankfurt, das elektrische Uhren produzierte. Später stieg er in den Vertrieb von Telefonaanlagen und Alarmanlagen ein. Priteg wuchs immer weiter und hatte anfang der 30er Jahre über 100 Vertriebsgesellschaften im deutschsprachigen Raum, z.B. in Strasbourg und Leipzig.

Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten geriet PRITEG allerdings in sehr große Schwierigkeiten: jüdische Aktieninhaber wurden enteignet, durch massive anti-jüdische Propaganda der Konkurrenten Siemens & Halske sprangen immer mehr Kunden ab und Vorstandsmitglieder wurden sogar ausgebürgert. In den 40er Jahren stieg Thyssen bei PRITEG ein, in den 80er Jahren wurde sie von BOSCH übernommen. Heute werden die frankfurter Geschäftsgebäude angeblich von Avaya genutzt.

Ich finde es erschreckend, wie auf eine moderne Zeit wie die 20er Jahre, in der sich die Telekommunikation, Architektur und Kunst schon so weit entwickelt hatte, auf einmal die Zeit von 1933-45 kommt und alles verändert. Auch die Jahre danach bis heute waren ja nur vom Aufräumen der Kriegsfolgen geprägt.[/lang_de]

Thursday, September 24th, 2009

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